Ist das Metaverse die Zukunft des Einzelhandels?

Im Jahr 2022 gab es viel Wirbel um das Metaverse. Viele Branchen witterten nach Zuckerbergs Ansprache 2021 ein Millionen-Geschäft. Darunter gehört auch der Einzelhandel. Bietet das Metaverse das Beste aus „Ladengeschäft“ & „Internet“ zu kombinieren? Womöglich. In Zukunft werden sich wohl Einzelhändler auch weiterhin darauf konzentrieren, außergewöhnliche Erlebnisse für ihre Kunden zu schaffen. Im Metaverse, im physischen Einzelhandel und auf ihren eigenen digitalen Kanälen. Dabei sollen neue Technologien den Weg zu Modernität und erhöhter Relevanz ebnen. Folgt als nun das Zeitalter des Metaverse Einzelhandel?

Trotz der unsicheren wirtschaftlichen Aussichten für 2023 hat eine aktuelle Umfrage der Boston Consulting Group ergeben, dass 60 % der Modeunternehmen ihre Investitionen in Einzelhandelstechnologien erhöhen (Business of Fashion, 2022). Im Falle einer Rezession geben etwa 40 % der Verbraucher an, dass sie den Marken, bei denen sie derzeit einkaufen, treu bleiben und die Häufigkeit ihrer Einkäufe verringern werden, um ihren neuen Budgets gerecht zu werden (Statista, 2023).

Das Metaverse

Was hat das mit dem Metaverse zutun? Nunja, aufstrebende Einzelhandels-Technologien konzentrieren sich darauf, physische Einkaufserlebnisse mit digitalen zu kombinieren. So sollen hybride Einkaufsmodelle geschaffen werden. Tatsächlich nutzen Kunden im Durchschnitt neun Kanäle, um heute mit einem Unternehmen zu kommunizieren. 78 % haben mehrere Kanäle in ihrer Buyer Journey genutzt, um einen Kauf abzuschließen (Salesforce, 2022). Laut einer von IBM und NRF durchgeführten weltweiten Umfrage bevorzugen 25 % der Verbraucher den hybriden Weg als Haupteinkaufsmodell (NRF, Januar 2022).

Durch neue Innovationen in der Einzelhandelstechnologie sind Marken in der Lage, verschiedene Facetten des persönlichen Einkaufs online zu imitieren. So kann ein Reibungsloser Übergang zwischen digitalem und physischem Einkauf gewährleistet werden. Die Oberfläche eines virtuellen Ladenlokales bietet oftmals zahlreiche Funktionen und durchdachte Details, um das Offline-Browsing-Erlebnis zu imitieren und das Online-Erlebnis effizient, erlebnisorientiert und personalisiert zu gestalten. Trotzdem gibt es derzeit noch Schwächen. Wie können diese Schwächen eliminiert werden?

Erweiterte Realitäten im Metaverse Einzelhandel

Ein beliebter Trend im Metaverse Einzelhandel ist die Verwendung von VR und AR. Diese Realitäten ermöglichen es Marken, auf ihren eigenen Websites ein Element der Immersivität anzubieten und die Interaktivität mit Produkten und Marken für die Kunden zu erhöhen. Von der virtuellen Anprobe bis hin zu 3D-Renderings von Produkten können sich Kunden mit einer Marke oder einem Produkt auseinandersetzen, ohne sich physisch in einem Ladengeschäft aufzuhalten.

Der Einsatz von VR/AR-Technologie im Einzelhandel hat in den letzten Jahren rasant zugenommen und wird durch verschiedene Anwendungsfälle vorangetrieben. Der Markt für AR im Einzelhandel, der Segmente wie Bekleidung, Möbel, Lebensmittel und mehr abdeckt, wird im Prognosezeitraum von 2021 bis 2026 voraussichtlich um 9,24 Mrd. US-Dollar wachsen, wobei 32 % dieses Wachstums auf Nordamerika entfallen (Yahoo Finance, 2022).

VR/AR hilft Käufern, sich vor dem Kauf ein genaueres Bild von einem Produkt zu machen – von der 3D-Produktvisualisierung bis hin zu detaillierten Informationen über Produkte in kontextbezogenen Umgebungen. Wenn Verbraucher sich vor dem Kauf ein Bild davon machen können, wie Produkte aussehen, sich anfühlen und passen, sinken die Online-Rückgaberaten und die allgemeine Unzufriedenheit der Kunden.

Treue durch den Metaverse Einzelhandel

Marken müssen effiziente Berührungspunkte mit potenziellen Kunden online und offline schaffen. Denn dadurch wird beim Kunden Aufmerksamkeit, Geschäft und Treue zu gewonnen. Außerdem müssen Marken dafür sorgen, dass der Übergang zwischen digital und physisch nahtlos ist. 71 % der Kunden haben im vergangenen Jahr mindestens einmal die Marke gewechselt. Bessere Angebote, Produktqualität und Kundenservice sind hierbei die drei wichtigsten Gründe für die Suche nach konkurrierenden Marken, die angegeben wurden (Salesforce, 2022).

Virtuelle Läden im Metaverse sollen Marken die Möglichkeit bieten, nicht nur ihre Produkte zu präsentieren, sondern auch die verschiedenen Dienstleistungen, die bisher nur persönlich verfügbar waren. Neben der Möglichkeit, Live-Chatbots mit Experten in virtuelle Läden zu integrieren, können Marken und Einzelhändler auch den Kundenservice verbessern, indem sie ihren Kunden persönliche Beratungen per Video-Chat und kuratierte Empfehlungen durch Quiz und Geschenkführer anbieten.

Schlussfolgerung

Der moderne Verbraucher stellt das Erlebnis über alles andere und erwartet eine nahtlose Erfahrung auf allen Kanälen und in den verschiedenen Phasen des Kaufprozesses. Neue hybride Funktionalitäten haben in den letzten Jahren exponentiell zugenommen und bieten Lösungen, die Dienstleistungen rationalisieren und den Komfort und die Flexibilität der Kunden erhöhen.
Im Jahr 2023 und darüber hinaus werden Marken weiterhin in immersive Technologien investieren, die ihren Kunden ein verbessertes Online-Einkaufserlebnis bieten, indem sie Elemente des persönlichen Einkaufs mit Online-Spielen und VR/AR kombinieren. Tolle Beispiele hierfür sind Kaufland und H&M.

Virtuelle Läden im Metaverse sind immersive Einkaufserlebnisse, die häufig multisensorische Inputs wie Musik und Ästhetik in ihr Design einbeziehen. Virtuelle Läden sind mit den bestehenden E-Commerce-Websites der Marken integriert, um genaue Preisangaben und die Verfügbarkeit des Live-Bestands zu gewährleisten. Durch die strategische Implementierung innovativer Funktionen sind Marken und Einzelhändler in der Lage, verschiedene Elemente des persönlichen Einkaufs, wie z. B. visuelles Merchandising und kuratierten Service, in ihre Online-Erlebnisse einzubringen.