second life hat kein interesse an interoperablen Inhalten

Second Life hat vorerst kein Interesse an interoperablen Inhalten

Es sieht so aus, als stünde Second Life vor seiner zweiten Geburt, denn der Schöpfer Philip Rosedale kehrt zu dem Projekt zurück und bereitet sich darauf vor, das Metaverse in Angriff zu nehmen. Philip Rosedale, der Gründer von Linden Labs virtueller Online-Welt Second Life, wird dem Projekt als strategischer Berater wieder beitreten, um dessen Eintritt in das Metaverse zu begleiten.

Und wen wundert es auch? Denn seit mindestens 15 Jahren war „Second Life“ nicht mehr so oft im Volksmund zu vernehmen, wie seit der Bekanntgabe von der Umbenennung von Facebook zu Meta. Interessant, dass ausgerechnet „Second Life“ als Beispiel genommen wird, um vereinzelt das Metaverse außenstehenden begreifbar zu machen. Allerdings: Ausgerechnet Philip Rosedale pikiert sich über die Interoperabilität von Inhalten im Metaverse und bezeichnet sie sogar als „totalen Fehlschlag.“

Für diejenigen die nochmal abgeholt werden müssen: Second Life ist ein soziales Online-Spieluniversum, das 2003 ins Leben gerufen wurde. Seit er 2008 seine Position als CEO von Linden Labs aufgab, hat sich Rosedale einen Namen im Ökosystem der virtuellen Realität (VR) gemacht. Im Jahr 2013 gründete er das soziale VR-Unternehmen High Fidelity.

 

In einer Ankündigung vom Donnerstag erklärte High Fidelity, dass es in Linden Labs investiert, und zwar sowohl in Form von Bargeld als auch in Form von Patenten im Bereich des verteilten Rechnens“, einschließlich zweier Patente, die sich auf die Moderation von Gemeinschaften in dezentralen Umgebungen beziehen. „Virtuelle Welten müssen keine Dystopien sein“, sagte Rosedale.

Wie wird die Zukunft aussehen?

In einem Interview mit Cnet Technology sagte Rosedale, dass neben der Erforschung der Möglichkeit, Second Life mit VR-Technologie auszustatten, auch fortschrittliche Avatar-Animationen unter Verwendung von Gesichtsverfolgungskameras eine zukünftige Möglichkeit sein könnten. „Die Webcam zur Animation eines Avatars zu verwenden, ist ein wirklich interessanter Zwischenschritt“, sagte er. „Das ist ein Bereich, über den ich viel nachgedacht habe.“

Was die Möglichkeit angeht, neue Ideen wie interoperable, nicht fungible Gegenstände in Second Life zu integrieren, wird bei Rosedale noch einige Überzeugungsarbeit notwendig sein. Im Metaverse sind interoperable Inhalte Gegenstände, die auf einer Plattform gekauft und auf eine andere übertragen werden können. Also als Beispiel eine virtuelle Jacke, die man (vorab wohl erstmal nicht) in Second-Life meinem Avatar anziehen kann, aber auch im Decentraland.

Er verwies auf die Art und Weise, wie Markeninhalte die vierte Wand in Metaverse-Plattformen negativ durchbrechen können, und sagte, dass auf kurze Sicht „die Interoperabilität von Inhalten eines dieser Dinge ist, die nur eine Marke lieben kann“. Er lehnte jedoch die Verwendung von NFTs nicht ab und sagte, dass die „langfristige Idee völlig richtig ist“. Second Life hat bereits seine eigene Wirtschaft und Währung, die Linden Dollars.

Laut Rosedale werden auf dem Second Life-Marktplatz jedes Jahr 375 Millionen Gegenstände für jeweils etwa 2 Dollar verkauft. Seiner Meinung nach sind diese Gegenstände im Wesentlichen bereits NFTs. „Das sind alles NFTs – im Grunde die Kernidee, dass digitale Güter markiert und gehandelt werden können“, sagte er und fügte hinzu, dass dieses Konzept nur „immer größer und größer und größer werden wird“. Natürlich werden diese Gegenstände innerhalb von Second Life nicht in der Blockchain aufgezeichnet und können daher nicht außerhalb des Spiels existieren – was eine wesentliche Eigenschaft von NFTs ist.“

Im 19. Jahr seines Bestehens erwirtschaftet Second Life nach eigenen Angaben ein jährliches Bruttoinlandsprodukt von 650 Millionen Dollar, und auf seinem Marktplatz werden über 8 Millionen einzigartige Gegenstände verkauft.